Initiator der Veranstaltung ist Dr. René Immanuel Kusch, Geschäftsführer der RELEVANT Managementberatung. Das Unternehmen ist Experte für Persönlichkeitsdiagnostik und Distributor für den Premium-Anbieter Hogan Assessments, mit dem Odgers Berndtson bereits seit Jahren eine enge, weltweite Zusammenarbeit pflegt. Vorab haben wir Herrn Dr. Kusch zum Gespräch eingeladen. Die Fragen wurden von Daniel Nerlich gestellt:

Herr Kusch, Sie sind Initiator der JAM SESSION. Welche Erfahrungen haben Sie dazu bewogen, eine solche Veranstaltung zu organisieren? Warum braucht es die JAM SESSION?
In der JAM SESSION werden unter anderem Programme vorgestellt, in denen Führungskräfte darin unterstützt werden, sich mit den Veränderungen ihrer Industrie und der Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Sie sollen dazu motiviert werden einen Weg zu gehen, der zu ihrer beruflichen und privaten Situation passt. Diese Programme sind mögliche Reaktionen auf den Bedarf, der sich aus den Umwälzungen in ihren Organisationen ergeben. Dort erleben Führungskräfte, dass sich Erfolgsfaktoren der Vergangenheit nicht mehr automatisch fortsetzen und Trainings nach dem Gießkannenprinzip nicht weiterhelfen. Hier setzen wir mit der JAM SESSION an.

New Work bedeutet vor allem Veränderung der Arbeitsverhältnisse im Zuge der Globalisierung und Digitalisierung. Vor Veränderungen stehen dabei auch Führungskräfte. Welche Herausforderungen müssen diese im Zuge von New Work meistern?
Wie in der Vergangenheit versuchen Führungskräfte einen Spagat einzugehen. Auf der einen Seite fordert das Management, das Tagesgeschäft so weit wie möglich zu optimieren und schnell Ergebnisse zu liefern. Auf der anderen Seite erhöht sich die Notwendigkeit, Geschäftsmodelle der Zukunft zu identifizieren und es wird erwartet, dass New Work entwickelt wird.
Im besten Fall wird unter New Work eine Kultur verstanden, in der technologische Fortschritte dafür genutzt werden, dass Mitarbeiter ihren Beitrag relativ mobil, flexibel und selbstbestimmt leisten. Für Letzteres wird allerdings Gestaltungspielraum benötigt. Insbesondere klassische Industrieunternehmen tun sich hier noch schwer.
Führungskräfte stehen oft in der Herausforderung zu entscheiden, wann sie nach den Spielregeln welcher Kultur entscheiden und führen.
Dabei geht es oft auch um die Frage, wann Charisma beziehungsweise Demut in der Führung relevant wird. Auch wenn die meisten so tun als hätten sie die Antwort: Selbst gestandene Manager suchen dabei nach Orientierung.

New Work, neue Führungsmethoden – das alles erweckt den Eindruck, dass Führungskräfte Neues dazu lernen müssen. In der Einladung zur Veranstaltung wiederum haben Sie angesprochen, dass durchaus „klassische“ Kompetenzen benötigt werden. Welche sind das?
Führungskräfte, die sich der erhöhten Geschwindigkeit, Komplexität und Unsicherheit aussetzen, ohne Klarheit über die eigene Position zu haben, geraten schnell in einen Strudel. Das macht den Anschein, als ob Führungskräfte allzeit bereit seien. Das Gegenteil ist aber oft nötig.
Es ist hilfreich, inne halten zu können, sich der eigenen Person bewusst zu werden und sich mit den Anforderungen an diese auseinanderzusetzen.
Das erhöht die Klarheit beim Treffen von Entscheidungen, beim Umgang mit widersprüchlichen Anforderungen und der Frage, wie sich authentische und gleichzeitig wirksame Führung gestaltet.
Durch diese Reflexion können Führungskräfte viel genauer benennen, was ihnen Energie gibt und was sie Energie kostet. Ihnen gelingt die Konzentration auf das Wesentliche leichter. Wir nennen das strategische Selbsterkenntnis. Sie wird wichtiger, weil sie zunehmend weniger kompensiert werden kann.

Sie laden Interessenten zu einer JAM SESSION ein, haben aber keine Musiker engagiert. Warum haben Sie sich trotzdem für diesen Titel entschieden?
Eine JAM SESSION ist ein zwangloses, improvisiertes Zusammenspiel von Musikern, die aufeinander hören und bei dem sich jeder beteiligt. Mal tritt die eine, mal der andere in den Vordergrund. Damit wird jede JAM SESSION zu einem einmaligen Erlebnis. Wir haben bewusst ein interaktives Format gewählt: Gründe dafür sind, dass wir nicht „die eine Antwort“ platzieren wollen, sondern vielmehr den Nachmittag dafür nutzen möchten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Es ist erlaubt, mehr Fragen zu stellen als Antworten zu geben. Wir erwarten von diesem Event, dass wir viele gute Erinnerungen und Erkenntnisse mitnehmen werden.

Wir bedanken uns herzlichst bei Herrn Dr. Kusch für das Gespräch und seine Gedanken zu dem Thema. Wir freuen uns auf eine erkenntnisreiche Veranstaltung. Neben den Vorträgen erfahrener HR-Experten aus Deutschland begrüßen wir auch unseren Special Guest Dr. Robert Hogan. Als Gründer und Präsident von Hogan Assessments wird er einen Vortrag halten zum Thema: „How humility outperforms charisma“.