Reflexionen zur COVID-19 Situation

Die aktuelle Pandemie mit ihren erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen wie „Social Distancing“ sorgt für Veränderungen und Anpassungsnotwendigkeiten in den unterschiedlichen Lebensbereichen. Unternehmen ändern ihre Geschäftsmodelle oder ihr Produkt- oder Dienstleistungsangebot mit Auswirkungen auf Prozesse und Mitarbeitende, das Business Continuity Management stellt mit Vorgehensweisen wie Split Operations neue und zusätzliche Anforderungen und wo es möglich ist, arbeiten Menschen virtuell aus ihren Home-Offices zusammen. Es sind auch Existenzängste, Familienchaos oder Alleinsein im Alltag, was für viele konkret spürbar wird.

Während die (sozialen) Medien mit nützlichen (und nicht so nützlichen) Tipps und Tricks zum Umgang mit der Situation überflutet werden, stellt sich für uns die Frage, welche zusätzlichen Perspektiven die Hogan Persönlichkeitsdiagnostik bietet. Im Folgenden versuchen wir zu beschreiben, welche Hogan Dimensionen in diesen unsicheren Zeiten helfen und welche möglicherweise auch herausgefordert werden:

Persönlicher Kontakt zu verschiedenen Menschen ist rar geworden. Für Menschen im Home-Office heißt es jetzt, persönliche Gespräche oder gemeinsame Mittagessen gegen Telefonate und Webkonferenzen zu tauschen. Für den informellen Austausch mit den Kollegen oder das gemeinsame Mittagessen muss eine virtuelle Alternative gefunden werden. An Werten wie Verbundenheit oder Sicherheitsstreben wird stark gerüttelt aufgrund der Kontakteinschränkungen und der fehlenden Vorhersehbarkeit, wie es weiter gehen wird. Gleichzeitig sehen und lesen wir tagtäglich, wie vorherrschende Selbstlosigkeit unsere Gesellschaft trotz physischer Distanz weiter zusammenhält.

Menschen mit ausgeprägtem Sicherheitsstreben fragen sich: Bleibt mein Job? Kann ich weiterhin meine Miete und andere Verbindlichkeiten bezahlen? Wenn ich mich um die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern muss, wird mir mein Chef kündigen? Menschen, denen Verbundenheit und Zugehörigkeit wichtig sind, schätzen den Kontakt und Austausch mit anderen, treffen gern Leute und sind auch gern unterwegs. Dieses Bedürfnis kann in der aktuellen Lage nicht bzw. nur bedingt befriedigt werden. Hilfsbereitschaft und etwas Gutes für die Gesellschaft zu tun, werden dafür jetzt sichtbarer: Von jungen Menschen, die für ihre älteren Nachbarn einkaufen gehen bis hin zu Pflegekräften und Ärzten, die sich um Schwerkranke kümmern. Unternehmen und Mitarbeitende mit einem hohen Maß an Selbstlosigkeit dienen anderen Menschen und tragen aktuell enorm zum Wohle und zur Stabilisierung der Gesellschaft bei – und dies sichtbarer und präsenter denn je.

Im Home-Office produktiv zu arbeiten, erfordert Disziplin. Strukturen und Routinen können dabei helfen. Personen mit einer höheren Ausprägung auf der Hogan Dimension Besonnenheit könnten profitieren, denn ihnen gehen Verhaltensweisen wie die Arbeit im Voraus zu planen oder den Tag zu strukturieren leicht von der Hand. Wie strukturiere ich meinen Alltag optimal? Wie bekomme ich meine Arbeit, Home Schooling, Kinderbetreuung, und die Pflege von Angehörigen unter einen Hut? Was brauche ich, um passende Alltagsstrukturen und Routinen entwickeln zu können? Fragen, bei denen Personen mit hoher Besonnenheit unterstützen können.

Ruhiges Verhalten auch unter Druck hilft Personen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Eine mittlere Ausprägung auf der Hogan Dimension Ausgeglichenheit ist hier das Stichwort. Diesen Menschen fällt es leicht, nicht aktionistisch und hektisch zu werden, gleichzeitig der Drucksituation aber auch nicht gleichgültig gegenüber zu stehen. Sie analysieren die Situation, identifizieren Prioritäten und können so neue Zukunftschancen ausmachen. Sie bleiben zudem geduldig mit ihren Mitmenschen, was unter anderem dem häuslichen Frieden zugutekommt, da alle Familienmitglieder zu Hause sind und viele Personen mehrere Hüte gleichzeitig tragen wie Eltern, Lehrer, Koch und Kinderbetreuer.

Eine große Gefahr für Mitarbeitende und Führungskräfte ist es in der aktuellen Situation, abzutauchen und nicht mehr präsent und ansprechbar zu wirken. Soziale Umgänglichkeit beschreibt das Maß, wie kontaktfreudig und zugänglich eine Person auf andere wirkt. Personen mit einer hohen sozialen Umgänglichkeit fällt es in der aktuellen Situation leichter, die notwendige Kommunikation sicherzustellen und auch aus dem Home-Office Präsenz zu zeigen. Menschen mit geringer sozialer Umgänglichkeit sollten die Situation allerdings als Chance sehen, gerade jetzt mehr Energie in den Kontaktaufbau zu investieren. Statt wie gewöhnt hauptsächlich über E-Mails zu kommunizieren, könnte häufiger zum Telefonhörer gegriffen werden, um im persönlichen Kontakt zu bleiben. Dies kann für Personen mit niedriger sozialer Umgänglichkeit schon ein Anfang sein, nahbarer zu wirken.

Die Unterbrechungen unserer täglichen Routinen, die finanzielle Ungewissheit, die Sorge, infiziert zu werden oder geliebte Menschen zu verlieren und auch die Isolation führen zu einem noch nie dagewesenen Stress. Niemand wird unter diesen Umständen sein Bestes geben können; die COVID-19-Pandemie hat einen perfekten Nährboden für das Auftauchen unserer dunklen Seiten geschaffen. Das beschreibt unser Kollege Dr. Gordon Curphy in seinem erkenntnisreichen Artikel „COVID-19 and the Dark Side of Personality“.

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass jede Funktion in einem Unternehmen von Bedeutung ist und jeder Einzelne zum Unternehmenserfolg beiträgt. In seinem Artikel „Look for the Helpers: Humble Leadership in Times of Crisis“ zieht Garrett Shaffer, Hogan Assessment Systems, einen Vergleich zwischen der Welt des Basketballs und der Unternehmenswelt. Er sagt, „stellen Sie sich diesen aktuellen Moment wie die Hitze des Spiels vor – wenn Führungskräfte auf ihre Helfer schauen, wissen sie, wer verlässlich und agil ist, und dass wir uns aufeinander verlassen müssen, um wieder vorankommen zu können“. Einen Deep Dive in das Thema „Humble Leadership“ finden Sie in unserem Artikel, den wir gemeinsam mit Hogan verfasst haben: „How to grow humility in charismatic leaders“.

COVID-19 hat einen Kontext geschaffen, wie wir ihn noch nie zuvor erlebt haben. In ihrem Artikel „The ‚Now What‘ in a COVID-19 World“ ermutigt uns Trish Kellett, Hogan Assessment Systems, unsere Hogan-Ergebnisse durch eine COVID-19-Linse zu betrachten, um festzustellen, was uns in dieser Krise effizienter machen wird. Ist Ihr “Was jetzt” (die Maßnahmen, die Sie auf der Grundlage Ihrer Hogan-Ergebnisse ergreifen müssen) anders als zuvor? Trish liefert Anregungen, die sich zu berücksichtigen lohnen.

Die Essenz der Hogan Persönlichkeitsdiagnostik ist in der aktuellen Situation noch relevanter geworden. Es geht um strategische Selbsterkenntnis: Sei dir deines Autopiloten, deiner Reputation und deiner Werte bewusst, überlege welche Herausforderungen in der nächsten Zeit auf dich zukommen und steuere dein Verhalten zielgerichtet, um die kommenden Wochen zu bewältigen.

Auch wir bei RELEVANT sehen uns seit über vier Wochen über Microsoft Teams oder Zoom aus unseren Home-Offices in Duisburg, Essen, Düsseldorf, Leverkusen, Köln und Frankfurt und haben Wege gefunden, so im guten Kontakt miteinander zu sein. Unsere Hogan Zertifizierungsworkshops bieten wir jetzt virtuell an, damit Freiberufler und HR-Experten die ruhigere Zeit nutzen können, um sich für die Zeit danach vorzubereiten oder sich sogar ein neues Geschäfts- und Wirkungsfeld zu eröffnen.

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