Die Kunst und Wissenschaft des Coachings: polare Gegensätze?

Die International Coach Federation (ICF) definiert Coaching als partnerschaftlichen und zum Nachdenken anregenden Prozess, der Menschen und Organisationen kreativ dabei unterstützt, ihr persönliches und professionelles Potential zu steigern. Gibt es einen richtigen Weg, um das zu erreichen?

Mit anderen Worten, ist Coaching eine Wissenschaft oder eine Kunst? Vielleicht sollten wir diese Frage neu formulieren. Was die Menschen wirklich interessiert, ist, ob es eine bewährte Formel gibt, der sie folgen können, die ihnen jedes Mal das gleiche Ergebnis liefert. Oder ob Coaching etwas ist, das eher auf Intuition und sensorische Wahrnehmung setzt. Legen Sie mehr Wert auf ein tiefes Verständnis des wissenschaftlichen Prozesses oder einen intuitiven Stil, der nach jahrelangem Ausprobieren entstehen kann?

Im Coaching umfassen wissenschaftliche Ideen, objektiv zu sein. Fakten und Messungen stehen im Vordergrund anstatt Überzeugungen und Gefühle. Wissenschaftliche Ideen umfassen das Aufstellen von Hypothesen, bevor Sie ein Coaching beginnen, oder die Idee, dass wenn ein Prozess wiederholt wird, das gleiche Ergebnis erzielt wird. Die Ideen rund um die Kunst im Coaching beinhalten Leidenschaft, Glauben, Intuition, Gefühle und konzentrieren sich eher auf den Weg und weniger auf das Ergebnis.

In der heutigen schnelllebigen Geschäftswelt ist es von größter Bedeutung zu lernen, andere – psychologisch und emotional – zu bewegen, um das in ihnen liegende Potential zu nutzen. Menschen sind die ultimative Leistungsvariable. Zu verstehen, wie wissenschaftliches und praktisches Wissen effektiv mit den Nuancen des menschlichen Verhaltens verbunden werden können, ist ein wesentlicher Bestandteil, um Kunden dabei zu helfen, ihre eigentlichen Ziele zu erreichen.

Unabhängig von der Herangehensweise oder Strategie, die ein Coach anwendet, würden Sie, wenn Sie diese einzeln auf ihre Verdienste hin untersuchen würden, wahrscheinlich zu dem Schluss kommen, dass je nach Kontext und Umfeld fast alles für die Weiterentwicklung des Kunden funktioniert, einige Interventionen jedoch wahrscheinlich besser funktionieren als andere. Coaching wird immer mehr von der Wissenschaft beeinflusst. Denken Sie zum Beispiel an das breite Feld der Neurowissenschaften. Coaches müssen die Auswirkungen der von ihnen gewählten Strategien, Instrumente und Methoden berücksichtigen. Im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Fähigkeiten zu bleiben und im Hinterkopf zu behalten, wie sich diese auf den Klienten auswirken können – anstatt einfach nur so zu coachen, wie es jemand anderes tut, oder aus einem Bauchgefühl heraus – ist das Herzstück eines effektiven Coachings.

Coaches müssen auf so viele Dinge in jedem Moment des Coachings achten. Achtsam sein hinsichtlich des Kontextes ihrer Kunden, der emotionalen, mentalen und körperlichen Verfassung nicht nur ihrer Kunden, sondern auch von sich selbst. Strategische Selbsterkenntnis von Coaches und die Bewusstheit ihres Einflusses auf den Klienten sind essentiell. Daher ist es unerlässlich, Gesprächsführung und Methoden stets an den Kunden anzupassen und manchmal auch seinem eigenen Bauchgefühl im Moment zu folgen. Die Aufrechterhaltung eines gesunden Gleichgewichts zwischen Kunst und Wissenschaft ist entscheidend für die Weiterentwicklung als Coach.

Wir glauben, dass Wissenschaft und Kunst nicht schwarz-weiß sind; sie sind nicht binär. Bei RELEVANT sind wir fasziniert von der Wissenschaft der Persönlichkeit. Der empirische Charakter der standardisierten wissenschaftlichen Methode hat einen inhärenten Reiz. Sie erlaubt uns, die tiefsten Dimensionen unseres Seins und unserer Existenz in der Welt zu erforschen.

Bei RELEVANT wenden wir die Hogan-Persönlichkeits-Assessments als Grundlage für alle unsere Beratungsleistungen zur Auswahl und Entwicklung von Führungskräften an. Der Big Data-Ansatz von Hogan ermöglicht es uns, den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Verhalten am Arbeitsplatz zu beschreiben. Coaches sind unsere Kunden, die wir bei der Anwendung und Einbindung des Hogan Persönlichkeits-Assessments in ihren Coaching-Prozessen unterstützen.

Die Dreidimensionalität der Hogan Persönlichkeitsdiagnostik erfasst die helle, die dunkle und die Innen-Seite der Persönlichkeit:

  • Die helle Seite (HPI) – Die Reputation einer Person im Alltag. Merkmale wie Antrieb und emotionale Belastbarkeit, die es ermöglichen, gut mit einer Vielzahl von Menschen zusammenzuarbeiten, sind für den Führungserfolg besonders wichtig.
  • Die dunkle Seite (HDS) – Reputation in Zeiten von Stress, Druck oder Unsicherheit. Dies sind Eigenschaften, die überstrapaziert werden können, insbesondere, wenn im Moment reagiert wird, ohne eine aktive Selbststeuerung. Diese Eigenschaften stören bekanntermaßen die Kommunikation und den Aufbau von Beziehungen.
  • Die Innenseite (MVPI) – Obwohl mit der Persönlichkeit verbunden, sind die Werte anders. Es geht mehr um die eigenen Absichten, Vorlieben und Motive. Sie sind der Schlüssel zwischen einer Führungskraft und den Werten ihrer Organisation.

Wir betrachten die Assessment-Ergebnisse als das “Was” und das Feedback-Gespräch mit dem Coach als das “So What” (d.h. was bedeutet das für mich?). Wir helfen den Kunden dann mit dem “Now What” (d.h. was tue ich jetzt, um effektiver zu sein?). Wir empfehlen einen ergebnisorientierten Ansatz, bei dem die Erkenntnisse der Kunden über sich selbst aus den Assessment-Ergebnissen mit ihren wichtigsten Unternehmenszielen verknüpft werden. Dies dient als Grundlage für selbstgesteuertes Lernen, wie in einem unserer früheren Artikel beschrieben.

Die Wissenschaft kann helfen, Orientierung und Richtung zu geben. Allerdings sind wir auch Praktizierende, die Ergebnisse erzielen und die Wissenschaft nach bestem Wissen und Gewissen anwenden und in die Praxis umsetzen. Man kann die Wissenschaft lernen, aber um sie kontinuierlich zu verbessern, muss die Kunst geübt werden.

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