Umgang mit passiv-aggressiven Team-Mitgliedern


Am 06.09.2019 haben wir im Rahmen unseres Weiterbildungsprogrammes ein Webinar zum o.g. Thema für alle Kunden, Partner und Freunde von RELEVANT durchgeführt. Unsere Referentin war Anne Schweppenhäußer, Geschäftsführerin von C!CERO Organisationsentwicklung in Stuttgart, die in ihrer langjährigen Beraterlaufbahn einige Situationen und Prozesse mit passiv-aggressiven Führungskräften und Management Teams erlebt und moderiert hat.

Anne hat den Fall und die anonymisierten Hogan-Profile zweier Geschäftsführer mitgebracht, in deren Zusammenarbeit es immer wieder ungeklärte Konflikte und Spannungen gab, deren Auswirkungen auch über das Senior Management Team hinaus in der Organisation spürbar waren. Wir haben zunächst die Roten Fäden der beiden Manager erarbeitet und die markantesten Ausprägungen gegenübergestellt, die hier abgebildet sind:

Die Konstellation der beiden Geschäftsführer birgt Spannungs- und Konfliktpotential im Alltag. Auch wenn bei beiden das Einfühlungsvermögen eher niedrig ausgeprägt und die Kommunikation eher sachorientiert und klar ist, hat Manager 2 ein deutlich stärkeres Bedürfnis nach sozialem Kontakt.

In Stress-, Druck- und Triggersituationen zeigen beide sehr ähnliche Tendenzen. Den Frust übereinander tragen sie nicht aus. Wahrscheinlich denkt jeder, wenn er gekränkt oder frustriert ist „ich helfe doch gern, warum kommen wir hier nicht zusammen?“. Die beiden gehen sich aus dem Weg und leiden still vor sich hin. Andere sagten schon „Ihr macht so lange Faxen, bis einer heult“.

Anne Schweppenhäußer hat mit jedem der beiden Geschäftsführer ausführliche Feedback- und Coachinggespräche geführt und Konflikte anhand der Hogan-Profile thematisiert, was zu einem erhöhten Verständnis der eigenen Konfliktmuster und der Konfliktdynamik miteinander sowie einer deutlichen Bewusstheit ihrer überbordenden Fluchttendenz führte. Wenn sie gefrustet sind, oder es persönlich wird, schlucken beide ihren Ärger runter und ziehen sich zurück.

Damit sich Frust und Ärger nicht noch weiter stapeln, arbeiteten sie dann an der spannenden Fragestellung, was es braucht, um im Stress weiterhin im Kontakt miteinander zu bleiben. In den vertraulichen Einzelgesprächen zeigte Anne mögliche Szenarien auf, in denen eigene Verhaltensweisen beim anderen eher dysfunktionale Reaktionen hervorrufen könnten.

Besonderes Augenmerk legte sie auf den Passiven Widerstand. Diese HDS-Skala der Hogan-Persönlichkeitsdiagnostik beschreibt die Tendenz unter Stress, nach außen kooperativ, aber innerlich reizbar, stur und unkooperativ zu wirken. Mit beiden Managern eruierte sie, welches typische Triggersituationen sind und was jeden einzelnen in den Passiven Widerstand treibt. Die Verhaltensmuster der beiden Geschäftsführer ziehen sich durch alle Ebenen durch.

(Team-)Coaches empfiehlt Anne Schweppenhäußer folgende Interventionen beim Umgang mit Passiv-Aggressiven Teilnehmern:

  • Begleitung über längere Zeit = mehrere kürzere Follow up – Termine
  • Wertschätzenden und sanktionsfreien Raum für aufgestauten Ärger und Groll geben (= aktive Klärungshilfe, ggf. Vier- oder Sechs Augen Gespräche aus Mediations-Haltung)
  • Konkrete Team-Vereinbarungen zum Umgang mit „zurückgehaltenen Botschaften“ treffen – mit aktiven Erinnerungen
  • Bei Bedarf: Provokativer Stil nach Frank Farrelly
  • Bei Bedarf: Paradoxe Interventionen (= Symptomverschreibung)

 

Wir von RELEVANT Managementberatung unterstützen Coaches, Trainer, Führungskräfte und Teams mit viel Freude in ihrer kontinuierlichen Entwicklung. Wir bieten verschiedene individualisierte RELEVANT-Teamberichte auf Hogan-Basis an. Wir sind nur eine E-Mail (kontakt@relevant-mb.de) oder einen Anruf (0211-1709 5006) entfernt.